Warum wir gegen das Weltwirtschaftsforum (WEF) protestieren
Das jährlich in Davos stattfindende Weltwirtschaftsforum (WEF) präsentiert sich als Ort des „Dialogs“, der „Zusammenarbeit“ und der „Suche nach Lösungen für globale Probleme“. In Wirklichkeit ist dieses Treffen jedoch kein Forum der Mehrheit der Weltbevölkerung – der Arbeiterinnen, Migrantinnen und unterdrückten Völker –, sondern eine Zusammenkunft der politischen, militärischen und wirtschaftlichen Eliten des globalen Kapitalismus.
Heute bedeutet der Widerstand gegen das WEF 2026 nicht einfach, gegen ein einzelnes Treffen zu protestieren, sondern gegen ein System, das Kriege, Armut, Rassismus und Flucht produziert, die Stimme zu erheben.
Was ist das WEF und wen vertritt es?
Das WEF ist kein abstraktes „Diskussionsforum“; es ist ein Ort, an dem tatsächliche globale Entscheidungen vorbereitet und die Interessen von Staat und Kapital aufeinander abgestimmt werden.
Am WEF 2026 nehmen teil:
- Staats- und Regierungschefs der USA, der EU und der G7-Staaten,
- hochrangige Vertreter der NATO-Mitgliedstaaten,
- CEOs der Waffen-, Energie-, Technologie- und Finanzindustrie,
- leitende Personen der Weltbank, des IWF und anderer Finanzinstitutionen,
- Akteure autoritärer Regime und Kriegsstrategien.
Diese Zusammensetzung zeigt klar: Das WEF ist nicht das Forum der Völker, sondern derjenigen, die Kriege finanzieren, Profite aus Krisen schlagen und die Welt in den Händen einer kleinen Minderheit konzentrieren wollen.
Der vom Gründer Klaus Schwab propagierte Begriff des „Stakeholder-Kapitalismus“ dient nur dazu, die bestehenden Ungleichheiten zu verschleiern. Denn die wirklichen „Stakeholder“ – Arbeiterinnen, Migrantinnen, Arme – sitzen nicht am Tisch.
Das WEF vereint Staatschefs, Topmanager und Finanzeliten. Die dort diskutierten Strategien werden nicht im Interesse der Bevölkerungen entwickelt, sondern zur Sicherung der Märkte, der Profite und der bestehenden Machtverhältnisse.
Daher geht es beim WEF nicht darum, Kriege, Armut oder ökologische Krisen zu beenden, sondern sie „zu managen“, damit das System weiterbestehen kann. Armut wird als „Effizienzproblem“ behandelt, Migration als „Sicherheitsrisiko“, Umweltzerstörung als „nachhaltiges Wachstum“. Die Ursachen bleiben tabu.
Kriege, Massaker und die imperialistische Ordnung
In den vergangenen Jahren wurden auf WEF-Gipfeln:
- die Rüstungsindustrie unter dem Motto „globale Sicherheit“ legitimiert,
- die Privatisierung von Energie und öffentlicher Infrastruktur gefördert,
- Schuldenpolitik und Kürzungen im Sozialbereich normalisiert,
- Migration als Sicherheitsproblem statt als humanitäre Frage behandelt.
Die Folgen sehen wir heute überall: Von Nahost bis Afrika, von Lateinamerika bis Asien werden Kriege vertieft, Armut vergrößert und Millionen zur Flucht gezwungen.
In Syrien verübten von den imperialistischen Mächten unterstützte HTS-Milizen Massaker an Aleviten; in Rojava dauern Angriffe und Vertreibungen gegen das kurdische und andere Völker an. In Palästina führt Israel mit stillschweigender oder offener Unterstützung der imperialistischen Staaten einen Völkermord fort.
Diese „Verwalter des Krieges“ sprechen in Davos über „Stabilität“ und „Frieden“. Diese Heuchelei ist kein Zufall, sondern Ausdruck der imperialistischen Doppelmoral.
Migration – keine Krise, sondern eine Folge
In den WEF-Debatten wird Migration als „globales Risiko“ behandelt, das kontrolliert werden müsse. Dabei schützt man nicht Menschen, sondern Märkte.
Migration ist jedoch das direkte Resultat von Kriegen, ökonomischer Plünderung und Klimazerstörung. Menschen verlassen ihre Heimat nicht freiwillig, sondern fliehen vor Bomben, Hunger und Unterdrückung.
Während die Verursacher in Davos Hände schütteln, werden Migrant*innen an Grenzen, in Lagern oder Rückführungszentren entrechtet und unmenschlich behandelt.
Rechtspopulismus und Rassismus
Hier greifen rechte und faschistische populistische Bewegungen ein: Sie hetzen gegen Migrantinnen und verschleiern die wahren Ursachen der Krise. Statt Kapitalismus, Krieg und Ausbeutung verantwortlich zu machen, schieben sie Migration die Schuld zu.
Das Narrativ lautet: „Die Migrantinnen sind das Problem.“ In Wahrheit aber liegt das Problem in einem System, das Reichtum nach oben verteilt, Ressourcen privatisiert und soziale Rechte zerstört.
Die richtige Perspektive: Solidarität der Völker
Als PangeaKolektif vertreten wir:
- Migrant*innen sind keine „Belastung“, sondern Opfer dieses Systems.
- Lokale Bevölkerung und Migrant*innen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden – der gemeinsame Feind ist das kapitalistisch-imperialistische System.
- Der Kampf gegen Rassismus ist untrennbar mit dem Kampf gegen Krieg und Imperialismus verbunden.
Wirkliche Solidarität entsteht nicht durch Schweigen, sondern durch gemeinsames Handeln für Gleichheit und Freiheit.
Warum wir gemeinsam gegen das WEF kämpfen müssen
Das WEF ist das Schaufenster des Systems, das uns beherrscht. Dagegen aufzustehen bedeutet:
- gegen Kriege und Besatzung,
- gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit,
- für das Selbstbestimmungsrecht und die Freiheit der Völker einzutreten.
Dieser Kampf ist kein „Gastrecht“ der Migrant*innen, sondern eine gemeinsame Aufgabe aller – Einheimischer und Zugewanderter.
Schlussfolgerung: Gegen Davos, mit den Völkern auf der Straße
Das WEF 2026 bietet keine Lösungen für die Krisen des Kapitalismus – es plant deren Fortsetzung.
Darum ist unser Widerstand legitim, notwendig und dringend.
Gegen Kriege, Massaker, Rassismus und Ausbeutung zu kämpfen, ist keine Option, sondern eine Verantwortung.
Sich dem WEF zu widersetzen heißt, unsere Zukunft zu verteidigen.